Geschichte

Altius, citius, fortius – 
das ist Leichtathletik unter dem Aspekt der Höchstleistung, das ist die Bereitschaft in Training und Wettkampf an seine physischen und psychischen Grenzen zu gehen. Wo sonst kann man so genau seine individuellen Grenzen kennenlernen;
ut sit mens sana in corpore sanG – 
das ist Leichtathletik für alle, denn Laufen, Springen und Werfen kann jeder.
Leichtathletik, das ist Trainieren miteinander in der Gruppe.
Leichtathletik, das ist fairer Wettkampf Athlet gegen Athlet.
Leichtathletik, das ist Grundlage jeder körperlichen Erziehung, das ist aber auch einfach Spaß an der Bewegung.
Man darf die Leichtathletik wohl getrost zu den ältesten Sportarten zählen. So bildet die Leichtathletik auch das historische Kernstück der Olympischen Spiele. Im Gegensatz zur Geschichte stellt die Abteilung Leichtathletik in der SG 1887 Nußloch e. V. das jüngste Kind. Die Mutter der Leichtathletik-Abteilung war die Turnabteilung. Als Initiatoren und treibende Kräfte müssen hier sicher unter anderen die Namen Gabi und Wolfgang Antritter, Bürgermeister a. D. Feil, Gerhard Leypold, Gisela und Dr. Roland Pressler

Abteilungsleitung, von Links: Werner Schneider(Schriftführer), Gisela Pressler (stellv. Abt.-Leiterin), Stefan Schneider(Abt.-Leiter), Wilhelm Trost (Kassier).

und Jochen Reske genannt werden, die einerseits hinsichtlich der Kunststoffanlage im Max-Berk-Stadion für die Möglichkeit des optimalen Trainings verantwortlich zeichneten, andererseits erste Impulse im Bereich des aktiven, sportlichen Engagements als aktive Läufer bzw. übungsleiter setzten.
Bald zeigte sich das wachsende Interesse seitens der Nußlocher Bevölkerung, und mehr und mehr stellte sich die Frage nach Eigenständigkeit. So kam es am 16. März 1984 zur Gründung der Leichtathletik-Abteilung innerhalb der Sportgemeinde 1887 Nußloch e. V. mit folgender Vörstandschaft:

1. Abteilungsleiter: Stefan Schneider
2. Abteilungsleiter: Gisela Pressier
Schriftführer: Werner Schneider
Kassenwart: Wilhelm Trost
Beisitzer: Wolfgang Antritter, Fritz Roth
Pressewart: Gabriele Antritter
Kassenprüfer: Hans Schüssler, Fritz Roth
Gerätewart: Werner Schneider, Carolin Trost

Daß mit den hier genannten Namen natürlich nicht alle Namen aufgeführt sind, ist selbstverständlich. Ohne eine Vielzahl von Helfern, ohne die Unterstützung der Gemeinde, der gesamten Sportgemeinde und der guten Zusammenarbeit mit den Abteilungen wäre die positive Entwicklung der ersten Jahre sicher nicht denkbar gewesen.
Als Zeichen der guten Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Abteilung darf man wohl die Wiederwahl der Abteilungsleitung am 21. 3. 1986 werten. Erweitert wurde die Abteilungsleitung um Franz Maier (Beisitzer), Werner Körper (Kassenprüfer) und Friederike Maier (Presse).
Daß diese Abteilungsleitungsmitglieder aber nicht nur Sitzungen abhalten können, sondern auch – vielleicht ist gerade dies das Geheimnis der guten Zusammenarbeit – aktiv Sport betreiben, will mit folgenden Worten erläutert sein:
Die ersten Wettkampfaktivitäten entwickelten die Läufer. Nach dem Motto, je länger die Strecke, desto besser, schickten sich Dr. Roland Pressier, Wolfgang und Gabi Antritter und nach und nach ingesamt 10 Läufer an, den Marathon (42,195 km) in Angriff zu nehmen, wobei 1985 beim Höchst-Marathon in Frankfurt gleich 8 Läufer an den Start gingen. Die Faszination dieses Ereignisses kann man eigentlich nicht beschreiben, das muß man einfach einmal miterlebt haben. So wurden sämtliche Nußlocher Teilnehmer durch Tausende von Zuschauern am Straßenrand und nicht zuletzt durch ihre Betreuer zu persönlichen Bestleistungen angetrieben. Aus diesem Kreis, in dem jeder für sich eine kaum vorstellbare Leistung erbringt, einen einzelnen herauszugreifen, fällt schwer, doch hat Franz Maier mit seinen ausgezeichneten Zeiten des öfteren für Furore gesorgt. Bei den Damen war es seine Schwester Friederike, die ihren Konkurrentinnen des öfteren das Nachsehen gab. 1985 wurden dann insgesamt 1 131,5 km auf Wettkämpfen durch unsere Läufer zurückgelegt.
Nach ersten Wettkämpfen im Jahre 1984 besuchten die Jüngsten der Abteilung 1985 erstmals Kreismeisterschaften, wobei deutlich wurde, daß in Nußloch schnelle Mädels und Jungs zu Hause sind. Hatte man sich im Jahr 1986 dann auf Kreisebene etabliert, gelang es einzelnen Aktiven auf badische Ebene vorzustoßen. Daß in der Leichtathletik auch Fortuna eine Rolle spielt, mußten unsere jüngsten Teilnehmerinnen – Ninette Antritter, Sonja Kreuzwieser, Birgit Renseh, Rita Sattler und Yvonne Trost – auf den badischen Titelkämpfen in Denzlingen erfahren. Mit guten Aussichten, zumindest badischer Vizemeister zu werden, machte ein Mißgeschick beim Wechsel der Staffel, die auf den Kreismeisterschaften noch mit großem Abstand zu Meisterehren gelangt war, alle Titelambitionen zunichte. Trotz allem war der 5. Gesamtplatz eine der herausragenden Leistungen der Saison 1986.

Auf sich aufmerksam machte auch Christina Gathmann. Guten Wettkämpfen auf Kreisebene mit sehr guten Ergebnissen und dem 1. Meistertitel für die Leichtathletik-Abteilung über 400 m folgte dann das Debüt auf den badischen Titelkämpfen. Im Fünfkampf endete in Bad Rappenau der Wettkampf mit einem ausgezeichneten 8. Platz. Eine Steigerung gab es dann noch einmal bei den Einzelmeisterschaften in Ettlingen. Nach dem Erreichen des Weitsprungfinales und dem 7. Platz verpaßte sie als 7. der Vorläufe über 400 m mit 3 Hundertstelsekunden nur denkbar knapp das Finale, was dennoch Qualifikation für die baden-württembergischen Meisterschaften bedeutete. Der hier belegte 17. Platz über 400 m setzte hinsichtlich der Tatsache, daß bis zu 3 Jahre ältere Aktive an den Start gingen, den abschließenden Höhepunkt.

So stellte sich die Leichtathletik-Abteilung aus Nußloch überregional dar. Den Gegenpol dazu liefert die sehr aktive Arbeit innerhalb der Gemeinde. Mit der Ausrichtung des Gemeindesporttages, des am 14. Juni 1986 erstmals veranstalteten Int. Volkslaufes, gestartet durch Bürgermeister Bauch, der Durchführung von Kreismeisterschaften und der regelmäßigen Sportabzeichenabnahme wurde oft genug das Organisationstalent der vielen Helfer erprobt, die in unzähligen Stunden für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen im Einsatz waren. Unerwähnt sollen auch nicht unsere 9 übungsleiter bleiben, die sich für den Trainingsbetrieb von Lauf treff (Gabi Antritter), Jugendtraining (Franz Maier, Stefan Schneider), Schülertraining (Gisela Pressier, Carolin Trost, Friederike und Franz Maier, Jürgen Sternberger, Erhard Schneeweiß, Werner und Stefan Schneider) verantwortlich zeichnen. So möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen genannten und ungenannten Helfern bedanken, genauso wie bei allen Abteilungen der Sportgemeinde und der Vorstandschaft unter Vorsitz von Wolfgang Schneider und Werner Gänzler für ihr Wohlwollen mit dem jüngsten Kind der Sportgemeinde.
Bleibt nur zu hoffen, daß der Enthusiasmus der Gründerjahre erhalten bleibt und man auch in Zukunft sagen kann:

Leichtathletik macht Spaß in der Sportgemeinde.

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